Es ist interessant, welche Seminarformen die Seminarkundschaft von den Anbietern erwartet. Durchaus nachvollziehbar. Zum Beispiel das mittlerweile begrifflich gängige “Miniseminar”: Der Drang nach informellem Lernen zum Wissenlücken füllen plus eine Prise Neues ist die neue Reinheit des Seminares. Abgespeckt von allzu viel pädagogisch-didaktischen Ballast. Maximale Dauer pro Seminar: 6 Stunden. Dafür aber dann lieber öfter mal (:Intervalltraining). So werden kunstvoll geschmiedete Seminare mit hoher Tranferstärke also auseinandergenommen und gefällig neu zusammnegesetzt wie ein californischer Rotwein. Das ist organisatorisch eine neue Dimension für Seminaranbieter. Nehmen wir mal einen Anbieter mit sieben Seminarräumen. Plötzlich muss man planen wie eine Schule. In Unterrichtseinheiten. Das die Dozenten gleichmäßig ausgelastet sind, die Räume und so weiter. Und wehe, wenn noch PC´s im Einsatz sind. Dann braucht jeder Teilnehmer eine Wechselfestplatte.
Aber was soll ich Ihnen sagen? Wir haben uns darauf eingestellt. Die Anzahl berufsbegleitender Maßnahmen steigt. Es wird Miniseminare geben. Worin liegt der Grund für die Forderung nach “Imbiss-Lernen”? Der Arbeitgeber findet es nur mittelamüsant, wenn seine Beschäftigten für 20 Tage “auf Seminar” entschwinden. Der Beschäftigte Mensch traut sich nicht so recht, größere Zeitblöcke wegzubleiben. Es könnte sich ja herausstellen, dass er gar nicht gebraucht wird. Andererseits sind die Qualifikationsansprüche sehr hoch: Prozesse verstehen, IT-Fachmann sein, fit in Führung, Projektmanagement beherrschen. Die fachübergreifende Hybridausbildung braucht mehr Unterrichtszeit. Wir werden den Spagat schaffen. Auch wenn wir es heute noch nicht glauben.
Herzliche Grüße
Ihr Götz Piwinger